Kontrast ein
Kontrast aus

Tischlerei unterstützt Projekt der Hochschule Zittau/Görlitz

vom 01.02.2018

Ende 2017 bekam die Tischlerei der Görlitzer Werkstätten eine ganz besondere Anfrage.

Studenten der Sozialen Arbeit beschäftigten sich in Zusammenarbeit mit dem Verein „Tierra-Eine Welt“ ein Jahr lang intensiv mit dem Thema Kleidung und Nachhaltigkeit. Am Ende entstand die Idee einer Wanderausstellung mit der Überschrift „Tuchfühlung – vom Reinwaschen und Schönfärben“, welche den Weg eines Kleidungsstücks von der Baumwollpflanze bis zum Altkleidersack Schritt für Schritt darstellen sollte. Dafür benötigten die Studenten ein besonders großes und individuell angepasstes Möbelstück, woraufhin sie unsere Kollegen der Tischlerei um Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Projektidee baten.

Bereits in den vergangenen Jahren fertigten die Mitarbeiter der Tischlerei Unikate für Gewerbetreibende, Designer oder auch Privatpersonen an, sodass individuelle Anfragen kein Neuland mehr darstellen. Der Gruppenleiter Heiko Hanikel nahm sich dieser Anfrage an: „Zunächst wurde in Absprachen mit den Studenten die groben Vorstellungen für das Möbelstück festgelegt und anschließend entwickelten wir auf der Grundlage des Kundenwunsches und der konstruktiven Möglichkeiten eine Endfassung für einen speziellen Kleiderschrank, welche es schließlich umzusetzen galt.“
Der Gruppenleiter und ein betreuter Mitarbeiter arbeiteten knapp eineinhalb Monate an dem Werkstück. Eine besondere Herausforderung stellte dabei der knappe Zeitrahmen dar, denn die Herstellung solcher individueller Aufträge läuft begleitend zur regulären Produktion und Betreuung ab, sowie die Entwicklung eines passenden Moduls für die Hörstationen. Die Studenten wollten den Besuchern nämlich unter anderem die Möglichkeit bieten, sich mittels MP3-Player über die Auswirkungen der globalisierten Kleidungsindustrie auf die Umwelt, die Wirtschaft und den Menschen zu informieren. Konstruiert werden sollten sie so, dass der Besucher den MP3-Player selbst bedienen kann, sie jedoch gegen Entwendung gesichert sind. Außerdem sollte eine Aufhängung für die Kopfhörer geschaffen werden.

Im Januar konnte das Projekt dann endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden und der begehbare Kleiderschrank wurde auf dem Hochschulcampus vorgestellt. Zahlreiche Interessierte erlebten mit Staunen den Weg der rohen Baumwolle bis hin zum fertigen Kleidungsstück.

Auch das Team der Tischlerei und der Vorstand sind begeistert vom Endprodukt und dem, was die Mitarbeiter der Tischlerei geleistet haben. „Individuelle Aufträge stellen immer eine Herausforderung dar, welcher wir uns gern stellen. So freuen wir uns auch in Zukunft auf weitere spannende Projekte und Anfragen“, erklärt Heiko Hanikel begeistert.

 

(Foto: Paul Glaser - http://glaserfotografie.de/)